Meilensteine des Skisports im Schwarzwald

1891

Am 08.02. trägt sich Dr. R.  Pilet in das Gästebuch des Hotels Feldberger Hof ein: „Mit norwegischen Schneeschuhen auf dem Feldberg.“ Dieser  Eintrag gilt als Geburtsstunde des Skilaufs in Mitteleuropa!

Im Dezember wird im Gasthaus Ochsen in Todtnau der Ski-Club 1891  Todtnau e.V. gegründet. Er ist der älteste noch existierende Ski-Club in Mitteleuropa. Fridtjof Nansen, norwegischer Polarforscher, nimmt schriftlich die Ehrenmitgliedschaft des Ski-Club Todtnau an.

1892 Beginn der Skifabrikation in Schwarzwald. Der Bernauer Ernst Köpfer lässt sich als Erster das Herstellen von Skiern patentieren.
1892 Erste „Anleitung zum Schneeschuhlaufen“ von Fritz Breuer, Vorstand des Ski-Club Todtnau
1894 Unter der Leitung des Straßburger Regierungsrates  Wilhelm Offermann unternehmen Mitglieder des Ski-Club Todtnau eine Alpenüberquerung auf Ski.
1895 Der Ski-Club Freiburg wird gegründet und bildet zusammen mit dem Ski-Club Todtnau den „Ski-Club Schwarzwald“, erster Landesverband Mitteluropas
1900

Erstmals finden auf dem Feldberg Deutsche Skimeisterschaften statt.

Godwina Hermann, Altglashütten wird mit Ski auf dem Feldberg gesehen. Sie gilt als erste Skifahrerin.

1905 Der Deutsche Skiverband wird auf Betreiben des Ski-Club Schwarzwald  mit den Impulsgebern Wilhelm Paulcke, Franz Kohlhepp und Wilhelm Offermann gegründet. Der Ski-Club Schwarzwald wird Gründungsmitglied.
1908 In Schollach wird der erste Skilift der Welt gebaut – Wasserradantrieb.
1910-1930

Zahlreiche Deutsche Meisterschaften finden am Feldberg statt, bald sind auch Frauen (in Röcken) zur Teilnahme zugelassen. Der Feldberg wird zum Wintersportplatz der hochrangigen Gesellschaft. Das Hotel Feldberger Hof zur „ersten Adresse“ des Winterurlaubs. Großindustrielle wie Wilhelm Opel entwickeln sich zu den ersten „Sponsoren“ des Skisports.

Schwarzwälder Hebammen, Landärzte und Briefträger nutzen die Skier zur Berufsausübung, Studenten und Akademiker zur körperlichen Ertüchtigung und „erfinden den Apres-Ski“.

1911 Ernst Baader und Bernhard Villinger starten am Holmenkollen.
1920 Die Freiburger Arnold Fanck und Sepp Allgeier starten mit ihren Skifilmen, zunächst als Dokumentarfilm, später mit den prominenten Darstellern Luis Trenker und Leni Riefenstahl und den Skisportlern Hannes Schneider, Toni Seelos und Guzzi Lantschner als Spielfilm. Die weltweit übertragenen Kinofilme sorgen für die Verbreitung des Wintersports als Massensport. „Das Wunder des Schneeschuhs“ (Teile wurden im Schwarzwald produziert) lief 3 ½ Jahre ausverkauft in den Kinos von New York.
1922 Im Feldbergwald wird die Max-Egon-Schanze gebaut, die bis zur Fertigstellung der „Weitsprungschanze“ im Fahler Loch 1936 dem traditionellen Osterspringen diente.
Die Bergwacht Schwarzwald wird in Freiburg gegründet.
1924 In Schonach, Neustadt und Hinterzarten werden die ersten großen Sprungschanzen gebaut.
1930 Karl Bernauer, Muggebrunn, Vater von Skilehrerlegende Franz Bernauer, legt beim DSV seine Prüfung als erster Schwarzwälder Skilehrer ab.
ab 1933 Das Skistadion im Fahler Loch wird erbaut. Ziel ist es, im Schwarzwald Olympische Winterspiele durchzuführen. Pläne für ein Olympisches Dorf entstehen. Die Bahnlinie soll von Bärental über den Feldberg hinunter ins Wiesental gebaut werden, mit einem unterirdischen Bahnhof an der Passhöhe.
1936 Christel Cranz vom Ski-Club Freiburg wird  Olympiasiegerin in der Alpinen Kombination und dominiert mit zwölf Titeln als Weltmeisterin  in den 30er Jahren den Damen-Rennsport.
1939 Die Gemeinde Feldberg wird gegründet.
ab 1946 Französische Besatzungstruppen bauen Skilifte am Feldberg.
1950 Erster Kreisjugendskitag auf dem Feldberg. Es ist die am längsten ausgetragene Skisportveranstaltung im Schwarzwald und findet immer noch regelmäßig statt.
1956 Dr. Fredy Stober wird für zwei Jahre Präsident des Deutschen Skiverbandes.
1958 Fredy Stober wird am 1. Oktober zum Präsidenten des Skiverbandes Schwarzwald gewählt und führt den SVS bis zum 2. Oktober 1993.
1960

Georg Thoma, Hinterzarten wird als erster „Nichtskandinavier“ Olympiasieger in der Nordischen Kombination, er beherrscht diese Sportart bis 1966 und läutet die Dominanz deutscher Kombinierer ein. Als erster Skisportler wird er vor Armin Hary Sportler des Jahres!

Im gesamten Schwarzwald werden int. Skiveranstaltungen durchgeführt:

  • Schwarzwälder Springer Tournee (Hinterzarten/Schönwald)
  • Skispringen in Neustadt (Hochfirstschanze)
  • Der Schwarzwaldpokal der Kombinierer in Schonach
  • Die Adlerschanze in Schönwald wird gebaut
  • Die Hundseckspringen in Bühlertal (Nordschwarzwald)
  • Alpine Abfahrtsläufe: U. a. Präg, Zastler, Wieden-Rollspitz, Hasenhorn und Silberberg/Todtnau
  • Regelmäßig Deutsche Meisterschaften alpin und nordisch

Zahlreiche Schwarzwaldorte entwickeln sich im Sog der Popularität von Georg Thoma zu Wintersportplätzen:

  • Hinterzarten
  • Titisee (Eissportzentrum)
  • Todtnau/Todtnauberg/Muggenbrunn
  • Wieden
  • Todtmoos
  • Bernau
  • Schonach
  • Schönwald
  • Baiersbronn
  • Bühlertal
  • Seebach

Im gesamten Schwarzwald entsteht alpine und nordische Wintersportinfrastruktur (Skilifte, Loipen, Sprungschanzen, Eisbahnen). 

ab 1960 Das alpine Skigebiet Feldberg beginnt sich zu seiner heutigen Ausdehnung zu entwickeln.
1961 Bei den Deutschen Nordischen Skimeisterschaften gewinnen die Schwarzwälder Skisportler alle Titel, insgesamt 13! (Bis heute von keinem anderen Landesverband erreicht.) Maßgebend ist daran der neunmalige Deutsche Meister Sepp Meier aus St. Peter beteiligt. Er gewann 1961 die Titel im Langlauf über 15 km, 30 km und 50 km und mit der Staffel des SVS.
1964  Georg Thoma gewinnt die Olympische Bronzemedaille.
1966 Georg Thoma wird Weltmeister, Rekord-Hollmenkollen-Sieger und beendet seine Karriere
1968 Deutsche Alpine Skimeisterschaften in Todtnau, erstmals nicht in den Alpen ausgetragen.
1968/69 Unter der Führung von Erwin Lauterwasser, SC Todtnau, entsteht das alpine Skigebiet Fahl mit modernen Pisten und Schleppliften.
1969/70 Der Schwarzwald versinkt im Schnee. Auf dem Feldberg werden 4,50m gemessen.
1970 Das Verbandsheim „Herzogenhorn“ des Skiverbandes Schwarzwald wird Deutschlands erstes Bundesleistungszentrum.
ab 1970

Am Notschrei entsteht die erste Biathlonanlage.

Die von der Bundeswehr erworbene Todtnauer Hütte entwickelt sich zusammen mit der Kaserne Fahl zum legendären „Skizug“, die Ära der Zipfelbrüder (Kirchzarten) beginnt.

Wolf Hockenjos gründet das erste moderne Langlaufzentrum nach skandinavischem Vorbild am Thurner. Die Forstverwaltung fördert weitere Zentren im Schwarzwald.

Der alpine Skiläufer Hansjörg Schlager, Feldberg wird zum Weltklasse- rennläufer und belegt mehrfach Podestplätze im alpinen Weltcup.                  

1973 In Herrischried wird die erste Schneekanone in Betrieb genommen.
1974 Erster Schwarzwälder Skimarathon (Schonach-Hinterzarten). Der Boom der Volksskiläufe beginnt.
Im Skiverbandseigenen Leistungszentrum Herzogenhorn bereitet sich Fußballweltmeister Brasilien auf die Fußball WM vor. Ihnen sollten zahlreiche Athleten aller Sportarten erfolgreich folgen.
1976 Urban Hettich, Schonach, wird olympischer Silbermedaillengewinner in der Nordischen Kombination. Schonacher Skisportler erringen in den Folgejahren insgesamt 23 Medaillen bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften.
1977 In Schonach wird das erste Bundesfinale des Schulwettbewerbs „Jugend trainiert für Olympia“ ausgetragen, seither wird Schonach regelmäßig damit betraut.
1978 Das längste Langlaufrennen der Welt, der 100 km Rucksacklauf (Schonach-Belchen) wird auf Initiative von Wolf Hockenjos zum ersten Mal durchgeführt.
Die Skiwacht der Stiftung Sicherheit im Skisport wird gegründet und nimmt ihren Dienst auch im Schwarzwald auf.
1981 Erstmals werden im Schwarzwald (Schonach) Nordische Juniorenweltmeisterschaften ausgetragen. Der Stern der Skisprung-legende Matti Nykänen geht auf.
1983 Serge Lang, der Erfinder des Weltcups, und Erwin Lauterwasser holen den Alpinen Weltcup zum ersten Mal nach Todtnau. Sieger im Riesentorlauf wird Ingemar Stenmark.
Im Beisein der Weltelite findet in Hinterzarten der erste Sommer-Grand-Prix im Skispringen statt. Es sollten 32 weitere folgen
1984

In Schonach wird mit dem seit 1971 veranstalteten Schwarzwaldpokal der erste Weltcup im Schwarzwald ausgetragen (Nordische Kombination), Schonach gilt seither als der Holmenkollen Mitteleuropas.

Heidi Wiesler, Münstertal alpine Olympiastarterin

Alexander Spitz, Menzenschwand beginnt seine internationale Karriere als alpiner Skisportler bei den Behinderten. Insgesamt gewinnt er 20 Medaillen bei Weltmeisterschaften und den Paralympics und erhält dafür das „Silberne Lorbeerblatt“ der Bundesrepublik Deutschland.

1985

Egon Hirt, Neustadt, Vierter im Riesentorlauf bei den Alpinen Weltmeisterschaften in Bormio.

Das Skiinternat Furtwangen nimmt seinen Betrieb auf. Drei Jahre später beginnt eine Serie, in der seit 1988 immer Schwarzwälder Skisportler Medaillen bei Olympischen Spielen gewonnen haben.

1986 Internationale Deutsche Alpine Skimeisterschaften in Todtnau in allen vier Disziplinen. Austragungsorte sind Fahl, Brandenberg, Präg, Muggenbrunn und Todtnauberg. Letztmalig kommen Deutsche Meisterschaften in allen Disziplinen an einem Veranstaltungsort zur Austragung.
1987

Hans-Peter Pohl, Schonach wird Mannschaftsweltmeister in der Nordischen Kombination.

Pirmin Zurbriggen, Schweiz, gewinnt den zweiten Alpinen Skiweltcup in Todtnau-Fahl.

1988

Der Olympiastützpunkt Freiburg-Schwarzwald wird gegründet.

Hans-Peter Pohl wird Mannschaftsolympiasieger in der Nordischen Kombination.

1989 Edda Mutter, Todtnau, wird alpine Juniorenweltmeisterin.
1990

Dieter Thoma gewinnt als erster Schwarzwälder die Vierschanzentournee und wird 1992 Skiflugweltmeister.

Die geplante Alpine Junioren WM in Todtnau fällt dem Schneemangel zum Opfer, erste Überlegungen zur Beschneiung werden getroffen.

1993 Interne Überlegungen der Stadt Freiburg, sich für Olympische Winterspiele zu bewerben.
1994   Christof Dufner, Schönwald, Hansjörg Jäckle, Schonach und Dieter Thoma, Hinterzarten werden Mannschafts-Olympiasieger im Skispringen in Lillehammer. Die vier gewinnen die Sportlerwahl zur Mannschaft Sportler des Jahres.
1995 Der Skiverband Schwarzwald feiert in Freiburg mit dem DSV-Verbandstag seinen 100. Geburtstag.
1996 Nach jahrelangem Kampf mit Umweltschützern wird das alpine Trainingszentrum Fahl mit im Schwarzwald erstmals komplett beschneiter Piste in Betrieb genommen.
1997 Martin Schmitt, Furtwangen gewinnt WM-Silber mit der Mannschaft, es folgen zehn Medaillen und 28 Weltcupsiege. Er gewinnt zwei Mal den Gesamtweltcup der Skispringer.
Das Schwarzwälder Skimuseum in Hinterzarten wird eröffnet.
1999

Deutschlands erste 6er Sesselbahn geht am Feldberg in Betrieb.

Vier Schwarzwälder Skispringer (Martin Schmitt, Dieter Thoma, Christof Dufner und Sven Hannawald) werden trotz zwei gestürzter Sprünge Mannschaftsweltmeister im Skispringen.
Martin Schmitt und die Skispringernationalmannschaft werden Sportler des Jahres.

Durch „Schmitt und Hanni“ wird Skispringen in den folgenden Jahren zur erfolgreichsten Fernsehsportart. Der deutsche Skiverband schließt einen „millionenschweren“ TV-Vertrag mit einem Privatsender ab und wird fortan neben dem DFB zum einzigen Sportfachverband Deutschlands, der sich ohne staatliche Subventionen finanziert. 

2000 Weiteres Alpines Weltcup-Rennen in Todtnau-Fahl. Hermann Maier (RS) und Rainer Schönfelder (SL), beide Österreich, sind die Sieger.          
Sven Hannawald wird Skiflugweltmeister, seinen Titel verteidigt er 2002 erfolgreich.
2001 Neustadt richtet das erste Weltcupskispringen im Schwarzwald aus. Es folgen bis 2015 sieben weitere Veranstaltungswochenenden.
2002 Sven Hannawald gewinnt als bisher einziger Skispringer der Welt alle vier Springen der Vierschanzentournee und wird mit Martin Schmitt vier Wochen später Mannschaftsolympiasieger im Skispringen.
Schonach richtet zum zweiten Mal Nordische Juniorenweltmeisterschaften aus.
Beim Sommer Grand-Prix in Hinterzarten werden an drei Wettkampftagen annähernd 40.000 Zuschauer gezählt. Es wird die Skiveranstaltung mit den meisten Zuschauern im Schwarzwald. Hinterzarten wurde zum Mekka der weiblichen Teenies.
Sven Hannawald Sportler des Jahres.
2006

Georg Hettich, Schonach wird Einzelolympiasieger in der Nordischen Kombination und gewinnt zu dem Silber im Team und Bronze im Einzelsprint. Steffi Böhler, Ibach holt mit der Langlaufstaffel Silber.

Wieder über 4 m Schnee am Feldberg. Erstmals werden Deutsche Meisterschaften im Snowboardcross am Seebuck ausgetragen.

Die Rothausbahn (4er Sesselbahn) in Fahl wird eröffnet, Hoffnung auf einen erneuten alpinen Weltcup im Schwarzwald.

2008 Das Loipenhaus am Notschrei wird eingeweiht.
2009 Nach 52 Betriebstagen mit über 500.000 Skifahrern endet am Feldberg der „längste“ Winter der Schwarzwälder Skigeschichte.
2010

Hinterzarten richtet die besten Nordischen Juniorenweltmeisterschaften aus (Zitat FIS = Internationaler Skiverband)! Die Sprungwettbewerbe finden in Hinterzarten statt, die Langlaufwettbewerbe im neuen und erweiterten Nordic Center Notschrei.

Bei den Olympischen Winterspielen holt Martin Schmitt  Mannschaftssilber im Skispringen.

Erstmals veranstaltet der Skiverband Schwarzwald sein Schulfestival „Schule im Schnee“. Über 3.500 Schüler aus dem ganzen Land nehmen teil.

Im Alter von 100 Jahren stirbt Dr. Fredy Stober.

2012 Erstes deutsches Weltcup-Skispringen für  Damen in Schönwald.
2013 Mit Maren Wiesler, Münstertal, startet nach langer Zeit wieder eine Schwarzwälderin im alpinen Weltcup.
2014

Andreas Wank, Hinterzarten ist Mannschaftsolympiasieger im Skispringen, Fabian Riesle, Breitnau gewinnt Olympiabronze und Mannschaftssilber in der Nordischen Kombination, Steffi Böhler, Ibach Staffelbronze; die am Skiinternat ausgebildeten Sportler Carina Vogt, Degenfeld, wird erste Olympiasiegerin im Frauenskispringen, Simon Schempp, Uhingen, gewinnt Staffelsilber im Biathlon; es sind die erfolgreichsten Olympischen Winterspiele für den Schwarzwald.

Benedikt Doll, Breitnau, wird dreifacher Biathlon-Europameister.

Roman Rees, Hofsgrund wird Junioren-Weltmeister.

Paul Berg, Konstanz, gewinnt als erster Schwarzwälder einen Snowboard-Weltcup.

Bei den Deutschen Skisprungmeisterschaften wird Martin Schmitt von seiner Karriere verabschiedet.

2015

In Neustadt wird bei Bilderbuchwetter Severin Freund Weltcupsieger.

Erstmals sind Schwarzwälder bei allen Skiweltmeisterschaften am Start (Alpin, Biathlon, Nordisch, Snowboard).

Am 30.01. sterben beim schwersten Lawinenunglück am Feldberg zwei aktive Schwarzwälder Skisportler.

Fabian Riesle, Breitnau, wird Mannschaftsweltmeister in der Nordischen Kombination.