Beschneiung & Technischer Schnee

Im folgenden Artikel hat der Schneekanonen-Hersteller Techno Alpin die wichtigsten Daten & Fakten zur technischen Beschneiung zusammengefasst.

Naturschnee vs. technischer Schnee

In der Natur fällt ein unterkühlter Wassertropfen oder ein Eiskern aus großer Höhe, durch mehr oder weniger feuchte Luftschichten zur Erde. Auf dem Weg dorthin hat der Tropfen oder der Eiskern mehrere Minuten Zeit und kann auskristallisieren. Je nach Luftfeuchtigkeit und Temperatur ist die Kristallisation unterschiedlich und dementsprechend ist die Schneeflocke mehr oder weniger ausgebildet.

Bei der Produktion von technischem Schnee wird die Entstehung von Naturschnee nachgeahmt. Unabhängig vom Typ des Schneeerzeugers (Propellerschneeerzeuger oder Lanze) wird mittels Düsen Wasser zu feinsten Tröpfchen zerstäubt. Der fein zerstäubte Wassernebel trifft auf das fein zerstäubte Wasser-Druckluftgemisch, welches aus den Nukleatordüsen austritt und die sog. Nukleide (= Schneekerne) enthält. Die Turbine des Propellerschneeerzeugers transportiert die Nukleide und den feinen Wassernebel in die Umgebungsluft. Während dieser Flugzeit friert das Wasser-Luftgemisch zur Schneeflocke aus.

Am Schneeerzeuger kann durch die feinstufige Abstimmung der Düsen, Schnee in mehreren Qualitätsstufen erzeugt werden – von Pulverschnee bis Nassschnee.

 

Klimatische Voraussetzungen für die technische Beschneiung

Wenn man von Schneitemperatur spricht, so ist stets die sog. Feuchtkugeltemperaturgemeint. Die Feuchtkugeltemperatur ergibt sich aus Trockenkugeltemperatur (= Temperatur, die man von jedem Thermometer ablesen kann) und der relativen Luftfeuchtigkeit in %. Aufgrund der Verdunstungskälte liegt die Feuchtkugeltemperatur immer unter der Lufttemperatur. Die Temperaturdifferenz ist umso größer, je trockener die Umgebungsluft ist. Bei 100% Luftfeuchtigkeit entspricht die Feuchtkugeltemperatur der Trockenkugeltemperatur. Optimal für die Beschneiung sind eine tiefe Trockenkugeltemperatur und eine geringe Luftfeuchtigkeit. Je höher die Luftfeuchtigkeit desto ungünstiger die Bedingungen für die Beschneiung, da die bereits feuchte Umgebungsluft nur noch wenig bis keine Feuchtigkeit aufnehmen kann.

Technischer Schnee besteht wie Naturschnee nur aus Wasser und Luft. Der Unterschied liegt lediglich in der maschinellen Produktion. Daher ist der allgemein verwendete Begriff „Kunstschnee“ falsch. Er bezeichnet vielmehr Theater- und Filmschnee aus Plastik oder Styropor. Die korrekte Bezeichnung für Schnee aus der Beschneiungsanlage ist „technischer Schnee“.

 

Beschneiung und Umwelt

Technischer Schnee hat keine negativen Auswirkungen auf die Vegetation. Forschungen des Schweizerischen Lawinenforschungsinstitutes in Davos haben ergeben, dass der Faktor „technischer Schnee“ die Vegetation nur wenig stärker verändert als der Faktor „Skipiste“ allgemein. Im Gegenteil: Technischer Schnee schützt die empfindliche Grasnarbe vor mechanischer Beanspruchung durch Pistenfahrzeuge und Skikanten. Eine ausreichende Schneedecke isoliert den Boden und verhindert Bodenfrost im Herbst und im Frühjahr. Durch das Schmelzwasser wird im Frühjahr der Boden durchfeuchtet.

 

Energieverbrauch

Technische Schneeerzeugung benötigt Energie. Damit man den Energieaufwand richtig bewerten kann, muss man den Jahresaufwand verschiedener beliebter Freizeiteinrichtungen miteinander vergleichen:

Beschneiung einer Skipiste mit 4 ha (1km / 40 m Breite) Ca. 37 000 kWh
Öffentliche Sauna Ca. 350 000 kWh
Drei Sterne Hotel mit 50 Betten Ca. 650 000 kWh
Eisstadion 6 Monate Ca. 1 300 000 kWh
Hallenbad Ca. 2 100 000 kWh

      

Technischer Schnee – Basis für Wertschöpfung

Schneesicherheit ist die Basis für den wirtschaftlichen Erfolg eines Skigebietes und damit ganzer Regionen. Die Regionen profitieren in zweifacher Weise von den Seilbahnen und ihren Nutzern: direkt durch Ausgaben der Seilbahnnutzer vor Ort (Übernachtung, Einkäufe, Gastronomie, Leihausrüstung), indirekt durch alle Zulieferer (Baugewerbe, Handel). Ein Großteil der Ausgaben der Seilbahnnutzer fällt nicht auf das Seilbahnticket, sondern auf andere Bereiche wie Unterkunft, Verpflegung etc. Bezogen auf die Einkommenseffekte (Löhne, Gehälter und Gewinne bei den direkten Profiteuren und den Vorleistungslieferanten) ergibt sich ein Multiplikator von 5,1. Dies bedeutet: 1 Arbeitsplatz bei der Seilbahn schafft bzw. sichert insgesamt 5,1 Arbeitsplätze in der Region.